Wasserversorgungs Genossenschaft Bertschikon

UNSER WASSER

Das meiste Wasser, welches durch das Rohrnetz der WVB in die Bertschiker Haushalte fliesst wird im Pumpwerk Männetsriet dem Grundwasserstrom entnommen. Unser Netz ist aber mit dem Reservoir Waberg der Genossenschaft Grüt+Gossau verbunden, wo ein kleiner Teil Seewasser aus dem Zürichsee beigemischt wird. Deshalb ist unser Wasser nicht immer gleich zusammengesetzt. Wenn unsere Pumpe läuft, haben wir reines Grundwasser im Netz und ein Teil davon wird auf den Waberg gepumpt. Wenn unsere Pumpe Pause macht, beziehen wir ein Mischwasser vom Waberg. Beim Seewasser handelt es sich um eine Pflichtabnahme der GZO, damit zur Sicherstellung der Wasserqualität ein minimaler Wasserdurchfluss in den GZO-Leitungen gewährleistet ist. Alle Wasserversorgungen, die der Gruppenwasserversorgung Zürcher Oberland (GZO) angeschlossen sind, müssen je nach Optionsmenge einen Anteil Seewasser beziehen. Dafür haben wir die "Versicherung", bei einer allfälligen Trockenzeit genügend Seewasser beziehen zu dürfen.

Das Pumpwerk Männetsriet wurde in den frühen 1920er-Jahren auf einer erfolgreichen Bohrung bis in 13m Tiefe gebaut. Die wasserführende Schicht beginnt bei 10m und wurde gegen oben abgedichtet, da das Wasser in der Regel gespannt ist. Ende der 1970er-Jahre wurde eine Erhöhung der Wassermenge aktuell. Die alte Bohrung wurde bis auf 25m Tiefe verlängert und bei etwa 17m wurde eine ergiebigere Schicht angefahren.

Die Geologie und die Grundwasserverhältnisse wurden vom seinerzeitigen "Amt für Gewässerschutz und Wasserbau" des Kanton Zürich Ende der 1970er Jahre für das ganze Oberland in Auftrag gegeben.

Die heutigen Geländeformen und der nahe Untergrund sind eine Folge der letzten Eiszeiten mit vielen kleineren und grösseren Gletschervorstössen über die Schwelle bei Hombrechtikon ins Glatttal. Einer der älteren Vorstösse erodierte vor etwa 150'000 Jahren eine relativ schmale, aber tiefe Rinne in die Felsen der oberen Süsswassermolasse und hinterliess darin eine dünne Grundmoräne. Es bildete sich ein grosser See von Bubikon bis gegen Oberglatt, in welchem bis zu 100m dicke Seeboden-Sedimente abgelagert wurden.Darüber finden wir heute einen durch ein Flusssystem aufgeschütteten Schotter (grobes Kiesmaterial), bis 40m mächtig, teilweise verkittet, genannt Aatalschotter, da er an den Steilwänden des Aatals gut sichtbar ist. Dieses Schotterbett ist der Grundwasserträger bis weit ins Glatttal hinaus.

Der Grundwasserstrom ist hier blau erkennbar. Diese Karte und die Legende können auf dem GIS-Server des Kantons interaktiv erlebt werden (Vergrössern, Verkleinern, Verschieben / die Legende wird mit dem Knopf links vom Druckersymbol der Knopfleiste oberhalb der Karte abgerufen).

Das Längsprofil entlang der Aatal-Rinne zeigt den Grundwasserträger. NW von Gflecketweg (rote markiert) senkt sich der Grundwasserspiegel ab, da er im Aatal drainiert wird.

Ein erneuter Gletschervorstoss erodierte dann südlich die breite Greifenseerinne und nördlich die flache Pfäffikerseerinne, sodass die "Ur-Glatt-Rinne" als Hochzone stehen blieb. Während des nächsten Rückzugs wurden u.a.die Deltaschotter der Sandgrueb abgelagert und in der anschliessenden Warmphase vor 50-30'000 Jahren bildete sich in einer Wald- und Buschlandschaft haufenweise organisches Material. Die letzten paar Gletscher-Oszillationen bewirkten die Verkohlung dieses Materials und hinterliessen grossflächig einen Moränendeckel, lokal mit eigelagerten Schotterschichten, und generell die schöne Drumlinlandschaft mit ihren Mohren und heute verlandeten Seelein in den Vertiefungen. Dieser Deckel schützt das Grundwasser und bewikt den Druckanstieg gegen Nordwesten (gespanntes Wasser). Der Aatalschotter kommt in den Gebieten Hellberg/Sennwald und Schöneich/Unterwetziker-Wald an die oberfläche und wird in diesen Gebieten auch durch Regen und Schmelzwasser gespiesen.

Das Querprofil zeigt die Rinne der "Ur-Glatt" durch Bertschiker Gebiet. Die Bohrung Gflecketweg ist am Pegelkasten auf der Nordseite der Medikerstrasse erkennbar, die Bohrung Talacher befand sich am Flurweg Bäumligacher-Talacher. Erkennbar ist der jüngere Erosionsrand der Greifenseerinne bei Bänklen, wo der Grundwasserstrom seitlich in ein tieferes Niveau abfliesst. (Legende wie oben)